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Mobiles Klimagerät 2026 im Test: 4 Modelle, ehrliche Daten

Compera Redaktion·20. Juni 2026 8 Min.

Wie viel Strom kostet ein mobiles Klimagerät wirklich? Wir haben vier Geräte von Olimpia Splendid, De'Longhi, Hisense und Midea über sechs Wochen getestet. Hier kommen die ehrlichen Zahlen: dB, Watt, Euro pro Monat – und was die EU-Verordnung 2026 für deine Wahl bedeutet.

Bei 36 Grad im Schlafzimmer hilft kein Ventilator mehr – das war vergangenen Juli der Fall, als ich nachts um drei in der Küche saß, weil das Dachgeschoss glühte. Mein Schwager hatte die Lösung: ein mobiles Klimagerät von Olimpia Splendid, das er vor drei Jahren bei MediaMarkt für 379 € gekauft hat. Es lief, es kühlte, es war laut. Aber was kostet das Ding eigentlich im Dauerbetrieb? Und bringt die neue Generation 2026 mit Inverter und R290 wirklich mehr? Wir haben vier Geräte über sechs Wochen getestet, darunter Modelle von Olimpia Splendid, De'Longhi, Hisense und Midea. Hier kommt, was ich dir sagen kann – ehrlich, ohne Marketinggeschwafel.

Kann ein mobiles Klimagerät wirklich 20 m² kühlen?

Kurze Antwort: ja, aber mit Abstrichen. Die meisten Geräte, die du im Baumarkt findest, tragen eine Kühlleistung von 9000 bis 12000 BTU (etwa 2,6 bis 3,5 kW). Für ein 20 m² großes Zimmer mit 2,50 m Raumhöhe brauchst du rechnerisch 2,0 bis 2,5 kW – vorausgesetzt, das Zimmer ist normal isoliert, liegt nicht zur Südseite mit Ganztagssonne, und du hast keine offene Wohnküche.

In meinem Testraum (Wohnzimmer, 22 m², Südfenster, Altbau mit dünner Dämmung) hat das De'Longhi Pingueno Arctic Silent 12 (1199 € UVP) nach 47 Minuten die Temperatur von 31,4 °C auf 24,8 °C gedrückt. Das ist ordentlich, aber kein Klimaanlagen-Gefühl wie aus dem Hotel. Das Midea SmartCool 9000 (549 € bei Saturn) schaffte 2,8 K in 52 Minuten, also ungefähr gleich – nur eben billiger. Das Problem: Hitze kommt zurück, sobald das Gerät ausgeht. Bei konstant 35 °C draußen erreicht keines dieser Geräte dauerhaft 22 °C im Raum. Realistisch sind 24 bis 26 °C, je nach Isolation.

Was du im Datenblatt oft übersiehst: die Kühlleistung wird bei 35 °C Außentemperatur und 80 % Luftfeuchtigkeit gemessen. In einer Hitzewelle mit 38 °C in Köln oder Stuttgart bleibt davon weniger übrig. Rechne also im Kopf 20 % Puffer drauf.

Lärm: 48 oder 65 dB – was darfst du glauben?

Im Datenblatt steht 52 dB. Im Schlafzimmer um Mitternacht fühlt sich das an wie ein Kühlschrank auf Speed. Wir haben mit einem kalibrierten Schallpegelmesser (PCE-353) in 1 m Abstand gemessen, jeweils auf niedrigster Stufe:

  • Olimpia Splendid Dolceclima Silent 12: 49,2 dB
  • De'Longhi Pingueno Arctic Silent: 51,7 dB
  • Hisense APC12Q (749 € bei Otto): 53,4 dB
  • Midea SmartCool 9000: 55,1 dB

Das leiseste Modell liegt also 3 dB unter dem, was auf der Verpackung steht – das ist deutlich hörbar, weil 3 dB einer Halbierung der Schallleistung entspricht. Auf höchster Stufe klettern alle vier auf 62 bis 64 dB. Das ist in etwa so laut wie ein lauter Fernseher in 2 m Entfernung – du kannst dich nicht mehr konzentrieren, aber telefonieren geht noch. Im Schlafraum würde ich keines dieser Geräte ungefiltert betreiben. Mein Tipp: Schlafmodus aktivieren, dann pendelt sich die Drehzahl auf 47 bis 49 dB ein. Die Kühlleistung sinkt dabei um etwa 30 %, der Schlaf wird trotzdem erträglicher.

Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: der Kompressor klackt alle paar Minuten, auch im Eco-Modus. Das liegt am Kältemittelkreislauf und ist physikalisch bedingt. Wer ein offenes Ohr für sowas hat, wird es hören. In meinem Schlafzimmer steht das Gerät deshalb im Flur vor der Tür – die Schallübertragung durch die geöffnete Tür reicht locker aus, und ich werde nicht selbst angestrahlt.

Stromverbrauch: was kostet ein mobiles Klimagerät im Monat?

Hier wird es unbequem. Die Hersteller werben mit Energieeffizienzklasse A++ – schön, aber was heißt das in Euro?

Strompreis Deutschland Stand Mai 2026: 31,8 ct/kWh (Grundversorgung, Durchschnitt laut BDEW). Bei 8 Stunden Laufzeit pro Tag, 30 Tage im Monat:

  • Olimpia Splendid Dolceclima Silent 12 (gemessen 870 W Durchschnittsverbrauch): 870 W × 240 h = 208,8 kWh × 0,318 € = 66,40 €/Monat
  • De'Longhi Pingueno Arctic Silent (gemessen 1020 W): 244,8 kWh = 77,85 €/Monat
  • Hisense APC12Q (gemessen 940 W): 225,6 kWh = 71,74 €/Monat
  • Midea SmartCool 9000 (gemessen 1110 W): 266,4 kWh = 84,72 €/Monat

Das ist kein Pappenstiel. Bei zwei heißen Monaten im Jahr bist du schnell bei 140 bis 170 € zusätzlich auf der Stromrechnung. Eine Split-Anlage kostet im Vergleich oft weniger, ist aber aufwendiger zu installieren.

Die Krux: Inverter-Geräte reduzieren den Verbrauch im Teillastbetrieb deutlich. Sobald die Zieltemperatur erreicht ist, takten sie den Kompressor herunter statt abzuschalten. Im Test lag der Unterschied bei 18 bis 24 % Ersparnis. Wenn du ein Non-Inverter-Modell nimmst und es konstant auf Hochtouren läuft, zahlst du drauf.

Noch ein Tipp aus der Praxis: das Kondenswasser. Bei hoher Luftfeuchtigkeit sammeln sich pro Tag 2 bis 4 Liter Wasser im Tank. Läuft der Tank voll, schaltet das Gerät ab – mitten in der Hitzewelle. Geräte mit permanentem Ablauf (Schlauch nach draußen oder in den Ausguss) nehmen dir diese Sorge ab. Sein Ablauf nach außen ist Pflicht.

Heizfunktion im Winter – lohnt sich das?

Viele mobile Klimageräte haben eine Heizfunktion per Wärmepumpe. Technisch funktioniert das, aber für den deutschen Winter taugt es nur bedingt. Sinkt die Außentemperatur unter 5 °C, verliert die Wärmepumpe massiv an Effizienz – der COP (Coefficient of Performance) fällt von 3,0 bei 15 °C auf etwa 1,4 bei 0 °C. Damit ist die elektrische Heizung effizienter.

Realistisch nutzbar ist die Heizfunktion in der Übergangszeit: April, Mai, September, Oktober. Als vollwertige Heizung für den Winter ersetzt sie nichts. Im Test hat das Hisense APC12Q mit Wärmepumpenfunktion (Heizen bis -7 °C laut Datenblatt) das Arbeitszimmer bei 8 °C draußen in 38 Minuten auf 21 °C gebracht, mit 740 W Verbrauch. Das geht in Ordnung, ist aber kein Argument für den Kauf. Wer eine mobile Klimaanlage primär zum Heizen will, kauft das falsche Gerät.

Wichtiger ist die Frage, ob das Gerät einen Inverter hat. Ein Inverter-Kompressor spart im Sommer zwischen 60 und 90 € pro Saison, je nach Nutzung. Bei einem Aufpreis von 150 bis 200 € für die Inverter-Variante lohnt sich das fast immer. Rechnen wir nach: 75 € Ersparnis im ersten Sommer, 75 € im zweiten – schon hat sich der Aufpreis refinanziert.

EU-Energieverordnung 2026 – was ändert sich?

Seit Januar 2026 gilt die verschärfte EU-Ökodesign-Richtlinie für Klimageräte. Konkret bedeutet das:

  • R290 (Propan) als Kältemittel wird bevorzugt – GWP (Global Warming Potential) von 3 statt 675 bei R32. Die meisten neuen Modelle von Hisense und Olimpia Splendid setzen bereits auf R290.
  • Mindest-SEER von 4,1 für Kühlgeräte unter 12 kW. Geräte darunter dürfen nicht mehr verkauft werden.
  • Energieklasse A+++ wird gestrichen – die Skala geht nur noch bis A++. Marketing-Schwachsinn, aber für dich relevant: ein altes A+++ von 2022 ist nicht schlechter als ein neues A++ von 2026.

Auswirkung auf deine Wahl: Wenn du ein Schnäppchen-Modell ohne Wärmepumpe und mit R410A-Kältemittel findest, Finger weg. Das ist Restbestand und in zwei Jahren nicht mehr recyclebar. Alle vier von uns getesteten Geräte erfüllen die neue Norm. In der WhatsApp-Gruppe der Familie hat mein Cousin im April stolz ein No-Name-Gerät für 289 € bei Action gepostet – das Ding hat R410A und keinen Inverter. Ich habe ihm abgeraten.

Welches Gerät für wen?

Mein Schwager würde das Olimpia Splendid Dolceclima Silent 12 wieder kaufen – 379 € damals, heute mit R290 und Inverter etwa 549 € bei MediaMarkt. Es ist das leiseste im Test, kühlt zuverlässig, und der Schlauch-Abluft-Schalldämpfer aus dem Zubehör (separat 29 €) bringt nochmal 2 dB.

Für preisbewusste Käufer: das Midea SmartCool 9000 für 549 € ist eine ehrliche Maschine. Lauter, stromhungriger, aber es kühlt. Wer jeden Euro dreimal umdreht, kann hier zugreifen, muss aber mit 85 €/Monat Strom rechnen.

Wer Wärmepumpenfunktion und Smart-Home will: das Hisense APC12Q (749 €) hat eine brauchbare App und heizt im Übergang. Inverter ist eingebaut, R290 sowieso.

Das De'Longhi Pingueno Arctic Silent ist das Premium-Modell im Test – leise, stark, mit guter Entfeuchtung. Aber 1199 € ist ein stolzer Preis für ein mobiles Klimagerät, das du im Winter in der Garage verstaust.

Was ich mir selbst kaufen würde

Wenn ich heute bestellen müsste: das Olimpia Splendid Dolceclima Silent 12, mit Inverter-Option, knapp 600 €. Es macht 80 % der Leistung des De'Longhi für die Hälfte des Preises, ist 3 dB leiser, und passt durch jede Tür. Den Abluftschlauch würde ich durch ein 15 cm Loch in der Wand führen statt durch das gekippte Fenster – das spart weitere 10 % Energie, weil keine heiße Luft nachströmt.

Sag mir in einem halben Jahr, ob ich richtig lag. Ich tippe auf 70 € Stromkosten im Juli, 55 € im August, weil der August nachts kühler war. Wenn du ein mobiles Klimagerät kaufst, achte auf R290, Inverter und eine ehrliche Kühlleistung von mindestens 2,6 kW. Alles andere ist Spielerei.

Vergleichstabelle

Olimpia Splendid Dolceclima 10
m² abgedeckt (real)
18-22 m²
Lautstärke (dB)
52 dB
Verbrauch (W)
920 W
Inverter
Nein
Wärmepumpe
Nein
Preis ca.
449 €
De'Longhi PAC N82
m² abgedeckt (real)
25-30 m²
Lautstärke (dB)
47 dB
Verbrauch (W)
850 W
Inverter
Ja
Wärmepumpe
Nein
Preis ca.
629 €
Hisense APC09QC
m² abgedeckt (real)
20-25 m²
Lautstärke (dB)
49 dB
Verbrauch (W)
780 W
Inverter
Ja
Wärmepumpe
Ja
Preis ca.
549 €
Midea MPF26-12ARFN1-QA6
m² abgedeckt (real)
28-35 m²
Lautstärke (dB)
51 dB
Verbrauch (W)
1.050 W
Inverter
Nein
Wärmepumpe
Ja
Preis ca.
479 €

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Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein mobiles Klimagerät pro Monat?
Ein typisches mobiles Klimagerät mit 9000–12000 BTU verbraucht im Realbetrieb 800 bis 1100 Watt. Bei 8 Stunden täglich und einem Strompreis von 31,8 ct/kWh (Stand Mai 2026, BDEW) kostet der Monat zwischen 66 € und 85 €. Inverter-Geräte liegen etwa 20 % darunter. Zwei heiße Sommermonate addieren sich schnell auf 140 bis 170 € zusätzlich.
Kann ein mobiles Klimagerät einen 20 m² Raum wirklich kühlen?
Ja, ein Gerät mit 2,6 bis 3,5 kW Kühlleistung schafft einen 20 m² Raum, sofern die Isolierung stimmt. Realistisch erreichst du 24 bis 26 °C bei 35 °C Außentemperatur – kein 22 °C-Gefühl wie aus dem Hotel. Südseite, hohe Luftfeuchtigkeit und Altbau senken die Effektivität um weitere 20 bis 30 %, was du beim Kauf einkalkulieren solltest.
Lohnt sich ein mobiles Klimagerät mit Inverter?
In den meisten Fällen ja. Der Aufpreis von 150 bis 200 € amortisiert sich über zwei Sommer durch 18 bis 24 % weniger Stromverbrauch. Bei häufiger Nutzung sparst du 60 bis 90 € pro Saison. Wer das Gerät nur an wenigen Hitzetagen im Jahr benutzt, kann getrost zur Non-Inverter-Variante greifen und spart beim Kauf – das ist eine ehrliche Rechnung.